Plugins für Visual Studio Code machen aus dem schlanken Editor eine Arbeitsumgebung für Python, Webentwicklung, Datenbanken und Container. Der offizielle Begriff lautet „Erweiterungen“. Du brauchst aber keine Sammlung von 20 Erweiterungen auf einmal: Installiere nur, was zu deinen Projekten passt. Diese aktualisierte Auswahl nennt für jeden Eintrag die eindeutige Marketplace-ID und zeigt, welche Funktionen VS Code bereits mitbringt.
Plugins für Visual Studio Code installieren und prüfen
Öffne in VS Code die Erweiterungsansicht mit Strg+Umschalt+X (macOS: Cmd+Umschalt+X). Suche nach dem Namen oder der ID im Format Herausgeber.Erweiterung. Prüfe vor der Installation Herausgeber, Beschreibung, Änderungsverlauf, Repository und Bewertungen. Der Name allein reicht nicht: Im Marketplace können ähnlich benannte Erweiterungen von unterschiedlichen Anbietern stehen.
Viele Erweiterungen benötigen zusätzlich ein Werkzeug außerhalb von VS Code. Die Python-Erweiterung ersetzt keine Python-Installation, die Container-Erweiterung keinen Docker-Host und Remote-SSH keinen erreichbaren SSH-Server. Über das Zahnrad einer Erweiterung kannst du sie bei Bedarf nur für einen Arbeitsbereich aktivieren oder ganz deaktivieren. Details erklärt die offizielle Marketplace-Dokumentation.
20 Plugins für Visual Studio Code nach Anwendungsfall
Die folgenden 20 Einträge sind eine Auswahl, keine Pflichtliste. Bei mehreren Erweiterungen für denselben Zweck genügt meist eine. Alle verlinkten IDs führen zu bestehenden Marketplace-Einträgen; prüfe vor der Installation den aktuellen Versionsverlauf, weil sich Pflege und Funktionsumfang ändern können.
Python, Notebooks und Automatisierung
- Python (Microsoft) –
ms-python.python. Bietet Interpreter-Auswahl, Testintegration und Zugang zu Debugging und Sprachfunktionen. Für Python-Projekte ist dies der naheliegende Einstieg. Wähle nach dem Öffnen des Projekts mit „Python: Select Interpreter“ die richtige virtuelle Umgebung. - Pylance –
ms-python.vscode-pylance. Ergänzt die Python-Entwicklung um schnelle Sprachdienste und Typanalyse. Die Python-Erweiterung installiert Pylance häufig bereits als optionale Abhängigkeit; prüfe die Erweiterungsansicht, bevor du es zusätzlich installierst. - Jupyter –
ms-toolsai.jupyter. Sinnvoll für.ipynb-Notebooks mit Zellen, Ausgaben und Diagrammen. Wähle einen passenden Kernel; Notebook-Code kann Befehle ausführen, deshalb solltest du fremde Notebooks vor dem Start prüfen. - PowerShell (Microsoft) –
ms-vscode.PowerShell. Unterstützt Skripte mit Vervollständigung, Analyse und Debugging. Vor allem für Windows-Administration und Automatisierung nützlich. Starte heruntergeladene Skripte erst nach Prüfung ihres Inhalts.
Webentwicklung und Dateiformate
- ESLint –
dbaeumer.vscode-eslint. Zeigt Regelverstöße in JavaScript- und TypeScript-Projekten an. Die Erweiterung arbeitet mit der ESLint-Konfiguration und den Abhängigkeiten deines Projekts; eine lokale Installation von ESLint ist meist die beste Grundlage. - Prettier –
esbenp.prettier-vscode. Formatiert unterstützte Dateien einheitlich. Lege im Team die Regeln im Projekt fest und wähle Prettier als Standardformatierer, damit sich mehrere Formatter nicht gegenseitig übersteuern. Bei unbekannten Projekten automatische Formatierung zunächst bewusst aktivieren. - Vue (Official) –
Vue.volar. Bietet Sprachunterstützung für Vue Single File Components. Geeignet für aktuelle Vue-Projekte; entferne konkurrierende Vue-Spracherweiterungen, falls Diagnose und Vervollständigung doppelt erscheinen. - YAML (Red Hat) –
redhat.vscode-yaml. Hilft bei YAML-Dateien mit Schemas, Validierung und Vervollständigung. Besonders praktisch für CI-Konfiguration und Infrastrukturdateien. Ein Schema prüft die Struktur, aber nicht automatisch die Wirkung einer Konfiguration. - Live Preview (Microsoft) –
ms-vscode.live-server. Zeigt einfache HTML- und CSS-Projekte über einen lokalen Server an. Für React-, Vue- oder andere Projekte mit eigenem Entwicklungsserver verwendest du besser den Server des jeweiligen Frameworks. - EditorConfig –
EditorConfig.EditorConfig. Übernimmt Regeln aus.editorconfigfür Einrückung, Zeilenenden und Leerzeichen. Hilfreich in Teams mit mehreren Editoren. Prüfe bei Überschneidungen mit Projekt- und VS-Code-Einstellungen, welche Regel tatsächlich greift. - markdownlint –
DavidAnson.vscode-markdownlint. Prüft Markdown-Dateien auf einheitliche Schreibweise und Struktur. Nützlich für README-Dateien und technische Dokumentation; Regeln lassen sich projektbezogen konfigurieren.
Datenbanken, Container und Cloud
- SQL Server (mssql) –
ms-mssql.mssql. Verbindet VS Code mit SQL Server, sodass du Abfragen schreiben und Ergebnisse ansehen kannst. Nutze ein Konto mit möglichst wenigen Rechten und speichere Passwörter nicht in Dateien des Repositories. Für umfangreiche Administration kann SSMS weiterhin sinnvoll sein. - Container Tools –
ms-azuretools.vscode-containers. Verwaltet Container und unterstützt Dockerfiles sowie Compose-Dateien. Eine separate Compose-Erweiterung ist für diese Grundfunktionen nicht nötig. Die Erweiterung benötigt Zugriff auf Docker; dieser Zugriff kann weitreichende Rechte auf dem Host bedeuten. - Dev Containers –
ms-vscode-remote.remote-containers. Öffnet ein Projekt in einer definierten Container-Entwicklungsumgebung. Das lohnt sich, wenn Teammitglieder dieselben Werkzeuge und Versionen brauchen. Liesdevcontainer.jsonund zugehörige Dockerfiles, bevor du fremde Projekte startest. - Azure Functions –
ms-azuretools.vscode-azurefunctions. Unterstützt das lokale Entwickeln, Debuggen und Bereitstellen von Azure Functions. Nur installieren, wenn du diesen Dienst nutzt; prüfe vor einer Bereitstellung Zielabonnement und Umgebung.
Versionsverwaltung und Arbeit auf entfernten Systemen
- GitLens –
eamodio.gitlens. Erweitert die eingebaute Git-Unterstützung um Historie und Kontext zu Änderungen. Die Grundfunktionen für Commit, Branch und Diff sind schon in VS Code vorhanden; prüfe für zusätzliche GitLens-Funktionen die jeweils geltenden Konten- und Lizenzbedingungen. - GitHub Pull Requests –
GitHub.vscode-pull-request-github. Zeigt Pull Requests und Reviews in VS Code. Sinnvoll bei GitHub-Repositories, aber für lokale Git-Arbeit nicht erforderlich. Für private Repositories braucht die Erweiterung eine passende Anmeldung. - Remote – SSH –
ms-vscode-remote.remote-ssh. Öffnet Ordner auf einem erreichbaren SSH-Host. Auch für einen Raspberry Pi mit SSH geeignet; eine besondere Raspberry-Pi-Erweiterung ist dafür nicht nötig. Nutze SSH-Schlüssel und prüfe den Host-Fingerprint beim ersten Verbindungsaufbau. - WSL –
ms-vscode-remote.remote-wsl. Öffnet unter Windows Projekte direkt in einer WSL-Distribution. Besonders praktisch für Linux-Werkzeuge und Entwicklungsumgebungen. Voraussetzung ist eine eingerichtete WSL-Installation. - Error Lens –
usernamehw.errorlens. Blendet vorhandene Fehler und Warnungen direkt an der betreffenden Codezeile ein. Es erzeugt keine eigenen Diagnosen, macht Meldungen anderer Werkzeuge aber sichtbarer. Bei zu vielen Hinweisen kannst du die Anzeige in den Einstellungen reduzieren.
Was sich gegenüber der bisherigen Liste geändert hat
Die frühere Übersicht nannte „Git (vscode.git)“ als Plugin. Git-Unterstützung gehört bereits zu VS Code; dafür brauchst du keinen Marketplace-Eintrag. Auch die farbige Hervorhebung zusammengehöriger Klammern ist eingebaut. Die Erweiterung „Bracket Pair Colorizer“ ist deshalb keine sinnvolle Standardempfehlung mehr. „IntelliCode“ und „Visual Studio IntelliCode“ waren doppelt aufgeführt. Die Einträge „Docker“ und „Docker Compose“ werden hier durch die aktuelle Container-Tools-Dokumentation und eine eindeutige Erweiterungs-ID ersetzt. „Remote Development“ ist ein Paket aus mehreren Erweiterungen; für eine einzelne Aufgabe genügt oft Remote – SSH, WSL oder Dev Containers. „Material Theme“ bleibt Geschmackssache und braucht keinen Platz in einer funktionsorientierten Top-20-Liste.
Für einfache Arbeiten am Raspberry Pi ist Remote – SSH die nachvollziehbare Standardwahl. Bei älteren oder wenig bekannten Erweiterungen wie „Raspberry Pi (marus25.raspberry-remote)“ solltest du vor dem Einsatz besonders auf Änderungsverlauf, offene Probleme und benötigte Berechtigungen achten. Die früher pauschal genannte „Vue.js“-Erweiterung wird hier durch Vue (Official) mit klarer ID ersetzt. Beim bisherigen „Live Server“ nennt diese Fassung ausdrücklich Live Preview von Microsoft; beide Produkte sind nicht identisch.
Plugins für Visual Studio Code sicher auswählen
Erweiterungen laufen mit weitreichenden Berechtigungen: Sie können unter anderem Dateien lesen, Prozesse starten und Netzwerkverbindungen aufbauen. Ein bekannter Name und viele Installationen sind kein Sicherheitsnachweis. Sieh dir den Herausgeber, die letzten Versionen, Abhängigkeiten und das Repository an. Installiere nur Erweiterungen, die du tatsächlich verwendest, und entferne alte Werkzeuge. Bei sensiblen Projekten sollten Team oder Organisation festlegen, welche Erweiterungen erlaubt sind. VS Code erklärt die Grenzen und Prüfmöglichkeiten in der Dokumentation zur Erweiterungssicherheit.
Besonders vorsichtig solltest du bei Erweiterungen sein, die auf Docker, produktive Datenbanken, Cloud-Konten oder entfernte Server zugreifen. Solche Werkzeuge erben oft Rechte, die über die reine Textbearbeitung hinausgehen. Prüfe auch vorgeschlagene Erweiterungen in fremden Repositories, bevor du sie installierst.
Eine kleine Startauswahl statt aller 20
Für ein Python-Projekt reichen häufig Python und die automatisch angebotene Sprachunterstützung. Für eine Webanwendung können ESLint, Prettier und bei Vue-Projekten Vue (Official) passen. Wer SQL Server bearbeitet, ergänzt die SQL-Server-Erweiterung. Für Containerprojekte wählst du Container Tools und bei reproduzierbaren Entwicklungsumgebungen zusätzlich Dev Containers. Git selbst ist schon integriert; GitLens installierst du erst, wenn du mehr Einblick in die Historie brauchst.
Wenn du VS Code gerade kennenlernst, beginne mit unserer Einführung in Visual Studio Code. Arbeitest du mit Containern, hilft dir anschließend die Anleitung zum Installieren und Konfigurieren von Docker. So bleibt die Auswahl der Plugins für Visual Studio Code an deinen tatsächlichen Aufgaben orientiert.
Häufige Fragen zu Plugins für Visual Studio Code
Muss ich alle 20 Erweiterungen installieren?
Nein. Installiere nur Erweiterungen für deine Sprachen und Werkzeuge. Jede zusätzliche Erweiterung braucht Pflege und kann den Editor oder deine Projekte beeinflussen.
Ist Git ein Plugin für VS Code?
Die Git-Oberfläche ist in VS Code enthalten. Für Git-Befehle muss Git auf dem Rechner verfügbar sein. Erweiterungen wie GitLens ergänzen die vorhandene Oberfläche.
Wo sehe ich, ob eine Erweiterung noch gepflegt wird?
Öffne ihren Marketplace-Eintrag und prüfe Versionsverlauf, Veröffentlichungsdatum, Repository und offene Probleme. Eine vorhandene Marketplace-Seite allein beweist noch keine laufende Pflege.