Du möchtest einen Shelly in Home Assistant einbinden und Licht, Steckdosen oder Rollläden ohne Umweg über einen Cloud-Dienst steuern? Für viele Shelly-Geräte reicht dafür die offizielle Integration von Home Assistant. Die Einrichtung ist meist schnell erledigt. Wenn ein Gerät nicht gefunden wird oder Zustände verzögert angezeigt werden, lohnt sich allerdings ein genauer Blick auf Netzwerk und Geräteeinstellungen.
In dieser Anleitung richtest du die lokale Verbindung Schritt für Schritt ein. Danach zeige ich dir, wie du die Steuerung prüfst und typische Fehler eingrenzt. Wenn du die Gerätefamilie noch nicht kennst, findest du einen Überblick in unserem Artikel Was ist Shelly und was kann es alles?.
Was bedeutet lokale Steuerung bei Shelly?
Bei der offiziellen Shelly-Integration kommuniziert Home Assistant direkt mit dem Gerät in deinem Netzwerk. Für diese Verbindung ist kein Shelly-Cloud-Konto erforderlich. Ein Schaltbefehl muss also nicht erst über einen Server im Internet laufen. Das ist besonders angenehm, wenn du dein Smart Home auch bei einer Störung der Internetverbindung nutzen möchtest.
„Lokal“ bedeutet allerdings nicht automatisch „funktioniert ohne Netzwerk“. Shelly und Home Assistant müssen einander weiterhin erreichen können. Fällt das WLAN aus oder sperrt eine Firewall die Verbindung, kann auch die lokale Steuerung ausfallen.
Außerdem ist nicht jedes Gerät mit dem Namen Shelly über dieselbe Integration einzubinden. Die hier beschriebene Shelly-Integration ist für unterstützte Shelly-Geräte im lokalen Netzwerk gedacht. Shelly-BLU-Geräte werden in der Regel über BTHome eingebunden. Shelly-Wave-Geräte verwenden Z-Wave und benötigen die entsprechende Z-Wave-Umgebung.
Voraussetzungen: Das solltest du vor der Einrichtung prüfen
- Home Assistant läuft und ist über seine Weboberfläche erreichbar.
- Der Shelly ist eingeschaltet und mit deinem WLAN oder LAN verbunden.
- Du kennst die lokale IP-Adresse des Shelly oder findest sie in der Geräteliste deines Routers.
- Home Assistant kann das Netzwerk des Shelly erreichen. Bei getrennten VLANs oder Subnetzen müssen die nötigen Verbindungen erlaubt sein.
- Auf dem Shelly läuft eine für das Gerät geeignete, aktuelle Firmware.
Rufe vor dem Einbinden die IP-Adresse des Shelly im Browser auf. Wenn seine lokale Oberfläche erscheint, weißt du zumindest, dass das Gerät von diesem Computer aus erreichbar ist. Öffne die Oberfläche möglichst auch von einem Gerät im selben Netzwerkbereich wie Home Assistant. So erkennst du früh, ob ein Problem nur einzelne Netzwerkbereiche betrifft.
Hinweis zur Elektroinstallation: Viele Shelly-Module werden an Netzspannung angeschlossen. Arbeiten an der festen elektrischen Installation gehören in die Hände einer qualifizierten Elektrofachkraft. Für die Schritte in Home Assistant musst du keine Leitungen öffnen.
Shelly in Home Assistant einbinden: Schritt für Schritt
1. Automatische Erkennung prüfen
Öffne in Home Assistant Einstellungen → Geräte & Dienste. Häufig erscheint der Shelly dort bereits als neu erkanntes Gerät. Wähle Konfigurieren und folge den Hinweisen auf dem Bildschirm.
Nach der Einrichtung findest du das Gerät unter der Shelly-Integration. Öffne seine Geräteseite und prüfe, welche Entitäten Home Assistant angelegt hat. Je nach Modell können das beispielsweise Schalter, Leistungswerte, Energiezähler oder Sensoren sein.
2. Shelly manuell hinzufügen, wenn er nicht erkannt wird
Fehlt die automatische Erkennung, kannst du den Shelly über seine Adresse hinzufügen:
- Öffne Einstellungen → Geräte & Dienste.
- Klicke auf Integration hinzufügen.
- Suche nach Shelly und wähle die offizielle Integration aus.
- Trage bei Host den Hostnamen oder die lokale IP-Adresse des Shelly ein.
- Folge den weiteren Schritten des Einrichtungsdialogs.
Den angebotenen Port musst du normalerweise nicht ändern. Ein abweichender Port kann beispielsweise dann nötig sein, wenn ein Gerät über einen Shelly Range Extender erreichbar ist. Falls du die IP-Adresse nicht kennst, sieh in der DHCP- oder Geräteliste deines Routers nach.
3. Gerät und Entitäten sinnvoll benennen
Gib dem Gerät in Home Assistant einen Namen, an dem du seinen Standort und seine Aufgabe erkennst, etwa „Shelly Steckdose Schreibtisch“. Bei Geräten mit mehreren Kanälen lohnt es sich, auch die einzelnen Ausgänge eindeutig zu benennen. Das erleichtert später die Auswahl in Dashboards und Automationen.
Prüfe anschließend, ob die benötigten Entitäten aktiviert sind. Manche Diagnosewerte sind standardmäßig deaktiviert. Fehlt beispielsweise ein Signalstärke- oder Temperaturwert, kann er auf der Geräteseite unter den deaktivierten Entitäten stehen.
So prüfst du die lokale Steuerung
Nach der Einrichtung solltest du nicht nur kontrollieren, ob das Gerät in Home Assistant erscheint. Teste auch, ob Befehle und Statusänderungen in beide Richtungen ankommen.
- Öffne die Geräteseite des Shelly in Home Assistant.
- Schalte einen unkritischen Ausgang über Home Assistant ein und wieder aus.
- Betätige den angeschlossenen Schalter oder ändere den Zustand über die lokale Shelly-Oberfläche.
- Beobachte, ob Home Assistant den neuen Zustand zeitnah anzeigt.
Ein zusätzlicher Test ist möglich, indem du bei weiterhin funktionierendem lokalen Netzwerk vorübergehend den Internetzugang für das Testgerät oder den entsprechenden Netzwerkbereich unterbindest. Bleibt die Bedienung in Home Assistant möglich, läuft diese Verbindung lokal. Trenne dafür nicht das WLAN selbst: Ohne lokale Netzwerkverbindung kann Home Assistant den Shelly nicht erreichen.
Wichtiger Unterschied: Shelly Gen 1 und neuere Generationen
Für die Fehlersuche ist die Gerätegeneration wichtig. Shelly-Geräte der ersten Generation verwenden für schnelle Zustandsmeldungen an Home Assistant das Protokoll CoIoT. Geräte ab Generation 2 nutzen für ihre lokale Kommunikation RPC. Deshalb helfen bei verzögerten Statusmeldungen nicht für jede Generation dieselben Einstellungen.
Gen 1: CoIoT für aktuelle Zustände einrichten
Wenn ein Shelly der ersten Generation zwar schaltet, Home Assistant Änderungen am physischen Schalter aber erst spät oder gar nicht anzeigt, prüfe CoIoT in der lokalen Geräteoberfläche. Die Einstellung befindet sich je nach Firmware unter Internet & Security → Advanced Developer Settings.
Aktiviere CoIoT und trage als CoIoT Peer die lokale IP-Adresse von Home Assistant mit Port 5683 ein, zum Beispiel:
192.168.1.100:5683
Ersetze die Beispieladresse durch die tatsächliche IP-Adresse deiner Home-Assistant-Installation. Speichere die Einstellung und starte den Shelly danach neu. Bei batteriebetriebenen Geräten der ersten Generation ist die Angabe des CoIoT Peer besonders wichtig. Befinden sich Shelly und Home Assistant in verschiedenen Subnetzen, muss der benötigte UDP-Verkehr über Port 5683 durchgelassen werden.
Gen 2 und neuer: RPC und bei Bedarf Outbound WebSocket
Bei Shelly-Geräten ab Generation 2 ist normalerweise keine zusätzliche Einstellung für die Statusübertragung erforderlich. Eine Ausnahme können batteriebetriebene Geräte sein. Wenn Home Assistant seine interne Adresse nicht richtig ermittelt oder im Shelly noch die Adresse einer alten Home-Assistant-Installation hinterlegt ist, prüfe in der Geräteoberfläche Settings → Connectivity → Outbound WebSocket.
Eine lokale Serveradresse kann beispielsweise so aussehen:
ws://192.168.1.100:8123/api/shelly/ws
Auch hier musst du die Beispiel-IP ersetzen. Verwendet deine Home-Assistant-Installation für diese Verbindung HTTPS, ist entsprechend wss:// erforderlich. Ändere diese Einstellung nur, wenn die automatische Einrichtung nicht funktioniert oder dort eine falsche Adresse steht.
Shelly wird in Home Assistant nicht gefunden: So gehst du vor
Wenn die Einrichtung scheitert, beginne bei der Erreichbarkeit. Die folgenden Prüfungen führen meist schneller zur Ursache als ein wiederholtes Löschen und Hinzufügen der Integration.
1. IP-Adresse und Netzwerkverbindung kontrollieren
Prüfe im Router, ob der Shelly verbunden ist und welche IP-Adresse er aktuell hat. Rufe diese Adresse im Browser auf. Ist die Geräteoberfläche nicht erreichbar, liegt das Problem zunächst beim Gerät, beim WLAN oder bei der Netzwerkkonfiguration.
Hat sich die IP-Adresse nach einem Neustart geändert, kann eine DHCP-Reservierung im Router sinnvoll sein. Dadurch erhält das Gerät künftig dieselbe Adresse, ohne dass du direkt am Shelly eine feste IP konfigurieren musst.
2. VLANs und Firewall prüfen
In vielen Smart-Home-Netzwerken liegen IoT-Geräte in einem eigenen VLAN. Dann kann Home Assistant einen Shelly unter Umständen nicht automatisch entdecken, obwohl eine direkte Verbindung möglich wäre. Versuche zunächst, ihn manuell über seine IP-Adresse hinzuzufügen.
Schlägt auch das fehl, prüfe die Firewall-Regeln zwischen den Netzbereichen. Für Shelly Gen 1 sind insbesondere die CoIoT-Meldungen über UDP-Port 5683 relevant. Vermeide pauschale Freigaben für das gesamte IoT-Netz; erlaube gezielt die Verbindungen, die deine Installation benötigt.
3. Firmware und Gerätemodell prüfen
Eine sehr alte Firmware kann die Integration oder bestimmte Funktionen beeinträchtigen. Prüfe in der lokalen Geräteoberfläche, welche Firmware installiert ist, und lies vor einem Update die Hinweise des Herstellers. Kontrolliere außerdem, ob du tatsächlich ein WLAN- oder LAN-Gerät für die Shelly-Integration vor dir hast. Für Shelly BLU und Shelly Wave gelten andere Einbindungswege.
Häufige Fehler nach erfolgreicher Einrichtung
Der Shelly schaltet, aber der Zustand aktualisiert sich verspätet
Bei Gen-1-Geräten ist ein fehlender oder falsch gesetzter CoIoT Peer eine häufige Ursache. Prüfe IP-Adresse, Port 5683, den erforderlichen UDP-Verkehr und starte den Shelly nach einer Änderung neu. Kontrolliere außerdem die WLAN-Verbindung des Geräts. Schwacher Empfang kann Statusmeldungen ebenfalls beeinträchtigen.
Das Gerät ist zeitweise „nicht verfügbar“
Prüfe, ob der Shelly in dieser Zeit auch über seine lokale Weboberfläche erreichbar ist. Wenn nicht, untersuche zuerst Stromversorgung, WLAN-Abdeckung und Routerprotokolle. Ist die Geräteoberfläche erreichbar, prüfe die Adresse in Home Assistant sowie Firewall-Regeln. Bei batteriebetriebenen Geräten gehört zum normalen Betrieb, dass sie zwischen ihren Meldungen schlafen. Vor der ersten Einrichtung müssen solche Geräte unter Umständen per Tastendruck geweckt werden.
Ein Schalter oder Sensor fehlt
Öffne in Home Assistant die Geräteseite und sieh unter den deaktivierten Entitäten nach. Beachte auch die Einstellungen des Shelly-Eingangs: Je nach Gerätegeneration und Eingangsmodus erzeugt Home Assistant für einen Taster nicht zwingend einen dauerhaft sichtbaren Binärsensor. Tastendrücke können stattdessen als Ereignisse für Automationen zur Verfügung stehen.
Nach einem Firmware-Update gibt es Verbindungsprobleme
Prüfe zunächst, ob sich die lokale Shelly-Oberfläche weiterhin öffnen lässt. Einige neuere Geräte können mit aktivierter „Enhanced Security“ über HTTPS kommunizieren. Die Shelly-Integration erkennt diese Betriebsart grundsätzlich automatisch. Wenn du bei der Einrichtung eine Zertifikatsprüfung aktivierst, muss Home Assistant dem verwendeten Zertifikat vertrauen. Kontrolliere deshalb die Verbindungs- und Zertifikatseinstellungen, bevor du das Gerät zurücksetzt.
Die Fehlermeldung bleibt unklar
Öffne Einstellungen → System → Protokolle und suche nach Einträgen zur Shelly-Integration. Bei wiederholbaren Fehlern kannst du für die Integration vorübergehend die Debug-Protokollierung aktivieren, den Fehler erneut auslösen und anschließend das Protokoll herunterladen. Deaktiviere die ausführliche Protokollierung danach wieder.
Brauche ich für Shelly in Home Assistant die Shelly Cloud?
Für die direkte Kommunikation über die offizielle Shelly-Integration ist keine Cloud-Verbindung erforderlich. Ob du die Shelly Cloud für andere Funktionen zusätzlich nutzen möchtest, ist eine getrennte Entscheidung. Für die lokale Steuerung zählt vor allem, dass Home Assistant und Gerät im Netzwerk zuverlässig miteinander kommunizieren können.
Fazit
Einen Shelly in Home Assistant einzubinden, gelingt häufig schon über die automatische Erkennung. Falls das Gerät nicht auftaucht, ist die manuelle Einrichtung über seine lokale IP-Adresse der nächste Schritt. Funktioniert die Steuerung, aber der Status bleibt hängen, prüfe die Gerätegeneration: Bei Gen 1 ist CoIoT samt Peer-Adresse entscheidend, während neuere Geräte normalerweise ohne zusätzliche RPC-Konfiguration arbeiten.
Für eine stabile Installation lohnt sich eine einfache Reihenfolge bei der Fehlersuche: zuerst die Erreichbarkeit des Shelly, dann die Verbindung zwischen den Netzbereichen und erst danach die Einstellungen der Integration. So findest du die Ursache meist, ohne ein funktionierendes Gerät unnötig zurückzusetzen.