Home Assistant Energie-Dashboard: Sensoren einrichten und prüfen
Das Home Assistant Energie-Dashboard zeigt, wie viel Strom dein Haushalt verbraucht, aus dem Netz bezieht oder selbst erzeugt. Damit die Werte dort erscheinen, müssen die eingebundenen Sensoren die passenden Messwerte, Einheiten und Zustandsklassen liefern. In dieser Anleitung erfährst du, woran du einen geeigneten Energiesensor erkennst, wie du einen Verbrauchszähler prüfst und was du tun kannst, wenn ein Wert im Dashboard fehlt.
Für den Einstieg reicht ein Sensor für den Strombezug. Weitere Quellen wie Photovoltaik, Einspeisung, Speicher oder einzelne Geräte kannst du später ergänzen. Wenn du Home Assistant noch einrichtest, hilft dir auch unser Beitrag Home Assistant: Die ersten Schritte nach der Installation.
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Leistung und Energie: Watt ist nicht Kilowattstunde
Bei den Sensoren im Home Assistant Energie-Dashboard werden Leistung und Energie leicht verwechselt. Beide Werte hängen zusammen, beschreiben aber unterschiedliche Dinge:
- Leistung gibt an, wie viel Strom ein Gerät gerade aufnimmt oder erzeugt. Die Einheit ist Watt (W) oder Kilowatt (kW).
- Energie summiert den Verbrauch oder die Erzeugung über einen Zeitraum. Übliche Einheiten sind Wattstunden (Wh) und Kilowattstunden (kWh).
Ein Leistungssensor ist vergleichbar mit einer Momentaufnahme: Er zeigt zum Beispiel gerade 500 W an. Ein Energiesensor zählt dagegen den Verbrauch über die Zeit. Läuft ein Gerät mit einer konstanten Leistung von 1.000 W eine Stunde lang, verbraucht es ungefähr 1 kWh. Bei 15 Minuten wären es etwa 0,25 kWh.
Im Dashboard haben beide Sensoren unterschiedliche Aufgaben. Ein Energiesensor in kWh liefert die Grundlage für den aufsummierten Verbrauch. Ein Leistungssensor in W oder kW kann zusätzlich den aktuellen Energiefluss anzeigen. Ein Watt-Wert allein ersetzt keinen Zähler, der den Verbrauch über die Zeit aufsummiert.
Welche Sensoren akzeptiert das Energie-Dashboard?
Home Assistant prüft mehrere Eigenschaften eines Sensors, bevor es ihn für das Energie-Dashboard anbietet. Wichtig sind die Geräteklasse, die Zustandsklasse, die Einheit und ein numerischer Messwert. Der Sensor muss außerdem zur Domäne sensor gehören.
| Messwert | Geräteklasse | Zustandsklasse | Typische Einheit |
|---|---|---|---|
| Kumulierte Energie | energy |
total oder total_increasing |
kWh oder Wh |
| Momentane Leistung | power |
measurement |
W oder kW |
Energiemesser: total oder total_increasing?
Ein Energiesensor meldet normalerweise einen Zählerstand, der mit dem Verbrauch steigt. Verwende total, wenn der Zählerstand dauerhaft weiterläuft und nicht regelmäßig zurückgesetzt wird. total_increasing passt zu einem Zähler, der steigt, aber zu bestimmten Zeitpunkten auf null zurückgesetzt werden kann. Das kann zum Beispiel bei einem Zähler mit Abrechnungszeitraum vorkommen.
Für beide Zustandsklassen muss device_class: energy gesetzt sein. Als Einheit eignen sich je nach Sensor unter anderem Wh und kWh. Achte darauf, dass der Wert selbst eine Zahl ist und die angezeigte Einheit zur gelieferten Größe passt.
Die Attribute sollten von der Integration stammen, die den Sensor bereitstellt. Bei selbst erstellten Template-Sensoren müssen Geräteklasse, Zustandsklasse und Einheit korrekt in der Sensor-Konfiguration gesetzt sein. Eine Änderung des Zustands in den Entwicklerwerkzeugen ist keine dauerhafte Korrektur der Integration.
Leistungsmesser: aktuelle Werte in W oder kW
Ein Leistungssensor benötigt device_class: power und state_class: measurement. Als Einheit sind typischerweise W oder kW vorgesehen. Diese Kombination beschreibt einen aktuellen Messwert, der je nach Verbrauch laufend steigt oder fällt.
Manche Geräte liefern sowohl einen Leistungs- als auch einen Energiesensor. Nutze für den kumulierten Verbrauch den Sensor, dessen Einheit Wh oder kWh lautet. Ein Sensor mit W im Namen ist in der Regel der aktuelle Leistungswert.
So prüfst du einen Verbrauchszähler in Home Assistant
Wenn ein Sensor im Energie-Dashboard fehlt oder unplausible Werte liefert, prüfe zuerst den Sensor selbst. So lässt sich unterscheiden, ob das Problem am Gerät, an der Integration oder an den Statistikdaten liegt.
- Den passenden Sensor finden: Öffne die Geräteseite unter Einstellungen → Geräte & Dienste und suche nach den zugehörigen Entitäten. Wähle für den Verbrauch einen Sensor mit einer Energieeinheit wie kWh oder Wh. Ein zusätzlicher Sensor in W oder kW zeigt die Leistung.
-
Zustand und Attribute ansehen: Öffne die Entwicklerwerkzeuge und wähle den Bereich „Zustände“. Suche nach der Sensor-Entität und prüfe den Messwert sowie die Attribute
device_class,state_classundunit_of_measurement. - Den Zählerstand beobachten: Notiere den aktuellen Wert und prüfe ihn nach einiger Zeit erneut. Bei einem kumulierten Verbrauchszähler sollte der Wert normalerweise weitersteigen. Bleibt er unverändert, obwohl ein Verbraucher läuft, kontrolliere, ob du die richtige Entität ausgewählt hast und ob sie neue Werte erhält.
- Den Wert auf Plausibilität prüfen: Wenn ein Gerät ungefähr 1.000 W aufnimmt, entspricht eine Stunde Laufzeit näherungsweise 1 kWh. Eine Viertelstunde entspricht etwa 0,25 kWh. Die tatsächliche Abweichung hängt davon ab, ob die Leistung konstant bleibt.
- Statistiken kontrollieren: Öffne Einstellungen → Tools → Statistik und suche nach der Sensor-Entität. Dort findest du Hinweise auf ungültige Einheiten oder andere Statistikfehler, die verhindern können, dass der Sensor im Energie-Dashboard auswählbar ist.
Langzeitstatistiken werden nicht für jeden beliebigen Messwert angelegt. Der Sensor benötigt eine gültige Zustandsklasse, einen numerischen Wert und darf nicht von der Aufzeichnung durch den Recorder ausgeschlossen sein. Home Assistant erfasst Kurzzeitstatistiken in regelmäßigen Abständen und bildet daraus Langzeitstatistiken. Nach einer neuen Konfiguration kann es daher dauern, bis alle Ansichten gefüllt sind. Werte aus einem Zeitraum, in dem Home Assistant den Sensor noch nicht als Statistikquelle erfasst hat, erscheinen nicht automatisch rückwirkend.
Energie-Dashboard konfigurieren
Sobald der Sensor gültige Attribute besitzt und keine Statistikfehler vorliegen, kannst du ihn im Energie-Dashboard eintragen:
- Öffne das Energie-Dashboard in Home Assistant.
- Starte die Konfiguration des Dashboards.
- Wähle den passenden Bereich, zum Beispiel Stromnetz oder einzelnes Gerät.
- Wähle den kumulierten Energiesensor in Wh oder kWh aus.
- Wenn du die aktuelle Leistung ebenfalls anzeigen möchtest, trage zusätzlich den passenden Leistungssensor in W oder kW ein.
- Speichere die Einstellungen und prüfe nach den nächsten Messungen, ob die Werte erscheinen.
Für den Netzbezug ist der Zähler für importierte Energie wichtig. Bei einzelnen Geräten wählst du den Energiesensor dieses Geräts. Ein Leistungssensor kann ergänzend den aktuellen Verbrauch anzeigen, ersetzt aber nicht den Energiezähler.
Nur einen Leistungssensor vorhanden? Energie berechnen
Wenn dein Gerät ausschließlich die momentane Leistung meldet, kann Home Assistant daraus einen Energiesensor berechnen. Dazu wird die Leistung über die Zeit integriert. Das Ergebnis ist eine Näherung, denn Home Assistant rechnet mit den gelieferten Messpunkten und kennt nicht jede Änderung zwischen zwei Aktualisierungen.
Für die Berechnung kannst du den Integral-Helfer verwenden. Öffne Einstellungen → Geräte & Dienste → Helfer → Helfer erstellen und wähle „Integral“. Als Eingabesensor dient der Leistungssensor. Bei einem Eingangswert in W und einem Ergebnis in kWh wählst du das Präfix „k“ und die Zeiteinheit „Stunden“. Häufige und zuverlässige Aktualisierungen des Leistungssensors verbessern die Schätzung.
Wenn du lieber YAML nutzt, kannst du die Integration beispielsweise so definieren. Ersetze die Beispiel-Entität durch die Entity-ID deines Leistungssensors:
sensor:
- platform: integration
source: sensor.mein_geraet_power
name: Mein Gerät Energie
unit_prefix: k
unit_time: h
method: trapezoidal
round: 2
max_sub_interval:
minutes: 5
Wenn dein Messgerät bereits einen kumulierten Energiesensor in Wh oder kWh liefert, verwende nach Möglichkeit diesen. Eine zusätzliche Berechnung aus Leistung ist vor allem dann sinnvoll, wenn kein direkter Energiesensor verfügbar ist.
Typische Ursachen, wenn ein Sensor nicht erscheint
- Leistung und Energie wurden verwechselt: Ein Sensor in W zeigt die aktuelle Leistung. Für den aufsummierten Verbrauch brauchst du einen Energiesensor in Wh oder kWh.
- Geräteklasse oder Zustandsklasse fehlen: Prüfe, ob Energie mit
device_class: energyundtotalodertotal_increasinggekennzeichnet ist. Für Leistung geltendevice_class: powerundmeasurement. - Die Einheit passt nicht: Nutzt der Sensor eine ungeeignete oder falsch geschriebene Einheit, kann Home Assistant ihn ablehnen. Exponentenschreibweisen müssen gegebenenfalls genau dem erwarteten Zeichen entsprechen.
- Der Sensor liefert keinen Zahlenwert: Zustände wie
unknownoderunavailablekönnen nicht als Verbrauch ausgewertet werden. Prüfe die Geräteverbindung und die Integration. - Statistikfehler sind vorhanden: Sieh unter Einstellungen → Tools → Statistik nach, ob Home Assistant einen Fehler für die Entität meldet. Häufige Ursachen sind eine geänderte Einheit oder fehlende Statistikattribute.
- Die Entität ist deaktiviert: Öffne die Geräteseite und prüfe, ob der benötigte Sensor unter den deaktivierten Entitäten steht.
- Der Verbrauchszähler wird zurückgesetzt: Wenn ein Zähler regelmäßig auf null springt, muss seine Zustandsklasse dazu passen. Bei einem rücksetzbaren Zähler ist
total_increasingin der Regel geeigneter alstotal. - Die Energieansicht ist nicht sichtbar: Wenn das Energie-Dashboard gar nicht in der Seitenleiste auftaucht, prüfe die Home-Assistant-Konfiguration. Die offizielle FAQ nennt eine entfernte
default_config:-Einstellung als mögliche Ursache. - Es gibt noch keine Statistikdaten: Ein gerade neu hinzugefügter Sensor füllt Diagramme nicht sofort mit historischen Daten. Lass Home Assistant neue Messwerte erfassen und prüfe die Ansicht später erneut.
Bei einem Sensor der Klasse total_increasing können Rückgänge außerdem die Statistik beeinflussen. Ein deutlicher Rückgang kann als Zählerreset gelten, ein kleinerer Rückgang dagegen als negative Änderung. Wenn dein Zählerstand unerwartet fällt oder springt, solltest du deshalb sowohl die Gerätewerte als auch die Statistikmeldungen prüfen.
Passende Messgeräte für Home Assistant
Für einzelne steckerfertige Verbraucher ist eine Zwischensteckdose mit Verbrauchsmessung ein einfacher Einstieg. Sie sollte einen Energiesensor in Wh oder kWh bereitstellen; ein zusätzlicher Leistungssensor zeigt die aktuelle Aufnahme in W. Prüfe vor dem Kauf, ob das Modell zu deinem Einsatz passt und sich mit deiner Home-Assistant-Installation verbinden lässt.
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Für die Messung am Hausanschluss kommt ein mehrphasiger Energiezähler infrage. Der Shelly Pro 3EM ist für die Montage auf einer Hutschiene ausgelegt. Arbeiten an der festen Elektroinstallation gehören in die Hände einer Elektrofachkraft. Lies zur Einbindung in Home Assistant auch unsere Anleitung Shelly in Home Assistant einbinden. Einen allgemeinen Überblick über die Produktfamilie findest du im Beitrag Was ist Shelly?.
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Fazit: Erst den Zähler prüfen, dann das Dashboard ergänzen
Für ein zuverlässiges Home Assistant Energie-Dashboard müssen die Messwerte korrekt eingeordnet sein: Energie wird in Wh oder kWh aufsummiert, Leistung in W oder kW momentan gemessen. Prüfe bei einem fehlenden Sensor zuerst Geräteklasse, Zustandsklasse, Einheit und Statistikstatus. Liefert ein Gerät nur Leistung, kann der Integral-Helfer daraus eine Energieschätzung erstellen. Beginne mit einem geprüften Verbrauchszähler und ergänze weitere Quellen, sobald deren Messwerte plausibel in Home Assistant ankommen.
Weitere Details findest du in der Home-Assistant-Anleitung zum Energie-Dashboard, der FAQ zu typischen Energie-Dashboard-Fehlern und der Dokumentation zum Integral-Helfer.